Kirchenzentrum.de - Kirche einfach anders erleben
10 Jahre Ökumenisches Kirchenzentrum

Rede  des Oberhausener Oberbürgermeisters Klaus Wehling am 28. Januar im Gemeindehaus der Christuskirche

„Evangelisch und Katholisch, Einkaufsrummel und Ruhe, Preise und Preisen, Ausverkauf und Einkehr, alles in Sichtweite, alles nah beieinander. Aus scheinbaren Gegensätzen ist unerwartet schnell Gemeinsames gewachsen. Kirche und Konsum liegen hier eng beieinander.

Herzlichen Glückwunsch zum zehnten Geburtstag des Kirchenzentrums „Neue Mitte“. Ein Jahrzehnt schon bieten die Kirchen gemeinsam ein Angebot, das so ganz anders ist, als das der kommerziellen Nachbarn.

Dennoch hat sich im Lauf der Zeit ein ursprüngliches Experiment in eine segensreiche Dauereinrichtung gewandelt. Darin gleicht das Kirchenzentrum seinen ausschließlich gewinnorientierten Nachbarn. Beide sind äußerst erfolgreich in dem was sie tun.

Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied. Ins Kirchenzentrum kommen die Menschen, weil sie vielleicht aus dem Trubel zur Mitte ihres Denkens oder Glaubens kommen wollen. Im Kirchenzentrum finden sie einen Ort der Ruhe, einen Ort der Zuwendung, wenn sie es wollen. Da hat der oft animierende Satz: „Kann ich ihnen helfen?“ einen ganz anderen Inhalt, einen ganz anderen Sinn, eine völlig andere Bedeutung als bei den Verkäuferinnen und Verkäufern im CentrO.

Im übertragenen Sinne treten die Menschen durch die Drehtür aus dem Kaufhaus direkt ins ökumenische Haus Gottes. Dabei überzeugt und beeindruckt auch das Kirchenzentrum mit Zahlen. An 355 Tagen im Jahr ist es geöffnet. Damit schlägt es sogar seine umsatzfokussierten Nachbarn deutlich. Das „Eine-Welt-Café“ ist das größte im Ruhrgebiet.

Für mich das Beeindruckendste ist aber die große Zahl der Freiwilligen, die ehrenamtlich zum Teil seit zehn Jahren ihren Dienst an den zahlreichen Gästen versehen.

Das Kirchenzentrum ist in unseren anonymen Zeiten ein Treffpunkt in des Wortes ursprünglichster Bedeutung. Hier ist niemand allein - es sei denn, er will seine Ruhe haben. Immer wieder können wir erleben, wie sich die Kirchenoberen schwer tun mit der Ökumene. Das ist gelegentlich wie in der Politik. Da werden in den Metropolen und auf den obersten Ebenen kluge Konzepte entworfen - die dann nicht greifen, weil sie zu abstrakt sind. Vor Ort aber, da wo die Probleme tagtäglich nach Lösungen schreien, da finden sich Menschen die helfen, ohne die großen Entwürfe im Kopf zu haben. Einfach nur, weil sie anpacken, weil sie etwas tun, weil sie wissen, was gerade gut tut und hilft. Das Kirchenforum „Neue Mitte“ ist täglich neu gelebte Ökumene in bestem christlichem Miteinander. Dass es Trennendes gibt wird nicht geleugnet. Aber: alle Teams sind mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beider Konfessionen besetzt. In der täglichen Arbeit wird hier im Kleinen ökumenisch gedacht, und ökumenisch gehandelt stets im Sinne der Besucherinnen und Besucher.

Dieses Konzept der Nächstenliebe hat zehn Jahre erfolgreich getragen. Dafür danke ich allen haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern von ganzem Herzen. Heute wird neben dem Geburtstag zurecht auch eine zehnjährige Erfolgsgeschichte gefeiert.

Für mindestens zehn weitere fruchtbare Jahre wünsche ich dem Kirchenzentrum „Neue Mitte“ gutes Gelingen und Gottes Segen.

Glück auf!