... Gott in der Stille
Ein Höhepunkt während der Sozialakademie war für mich unser Besuch im Centro Oberhausen: In diesem Einkaufszentrum sind täglich zigtausend Menschen. Und mitten drin steht da eine kleine Kapelle, mit zwei Türen - Eingang und Ausgang.
Die Menschen strömen durch das Einkaufszentrum, ständig in Eile. Einige kommen auch in diesen Raum der Stille, vielleicht nur fünf Minuten und - stehen vor Gott.
Der Eindruck drängt sich auf, dass in Deutschland das Konsumdenken sehr ausgeprägt ist: Die Menschen arbeiten, hetzen, kaufen. Der Raum der Stille bietet in einer käuflichen Welt ein wenig Zeit für Gott: vielleicht nur fünf oder zehn Minuten - aber für Gott! - Mitten in diesem "Kaufland".
Dies war für mich eine interessante und wichtige Erfahrung.
Robert Heczel (Rumänien)
Teilnehmer der Sozialakademie des Sozialinstituts Kommende Dortmund 2007
Pressestimmen zum Besuch
Präses Schneider im Kirchenzentrum
Hoher Besuch mit ganz hoher Meinung
Oberhausen, 17.09.2008, JOACHIM BÄUMER (NRZ)
KIRCHE. Präses Nikolaus Schneider besuchte gestern das Ökumenische Kirchenzentrum in der Neuen Mitte. Was ihn am Ökumenischen Kirchenzentrum am meisten beeindruckt hat? Da muss Nikolaus Schneider nicht lange nachdenken: "Die Ökumenizität und das Ehrenamt." Fast einen ganzen Vormittag hatte sich der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland gestern Zeit genommen, um das Kirchenzentrum und das Centro kennen zu lernen, mehr über Konzepte und Herausforderungen zu erfahren.
"Es ist wichtig, dass wir dort sind, wo auch die Menschen sind und dass wir in all dem ganzen Trubel eine Oase der Stille bieten", so das Fazit des Präses nach seinem Besuch. Es sei zu begrüßen, dass Menschen am Centro einen Ort haben, an dem sie auch willkommen sind, ohne etwas kaufen zu wollen. Mit Blick auf die hohe Akzeptanz und Besucherzahlen versprach Präses Schneider, sich nachhaltig in seiner Kirche für das Zentrum zu engagieren. Schließlich gehöre so etwas wie Platzmangel zu den "angenehmsten Problemen", die sich Kirche stellen könnte. "Diese Einrichtung verstehe ich als notwendige Ergänzung zu unserer klassischen Gemeindearbeit", so der gebürtige Duisburger Schneider. Angetan zeigte er sich auch von der vorgelebten Ökumene im Kirchenzentrum. Keiner der Helfer hätte ihm bei seiner Vorstellung gesagt, ob er denn evangelisch oder katholisch sei. "Und das ist eben die Stärke der Ökumene, dass beide Seiten ihre Stärken in das Interesse des Menschen stellen", so das Fazit des Präses, der sich vom ehrenamtlichen Engagement der Christen beider Konfessionen beeindruckt zeigte: "Die Leute bringen jede Menge Zeit ein, und sie sind verlässlich, das finde ich großartig."BIOGRAPHISCHESDer 1947 in Duisburg geborene Stahlarbeitersohn Nikolaus Schneider wirkte nach dem Theologie-Studium zunächst in seiner Geburtsstadt als Pfarrer, wechselte dann nach Moers, wo er schließlich Superintendent wurde. Im April 2003 trat er die Nachfolge von Manfred Kock als Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland an, im Januar 2005 wurde er von der Landessynode für die volle Amtszeit von acht Jahren gewählt. Die Evangelische Kirche im Rheinland hat 2,9 Millionen Gemeindemitglieder und ist die zweitgrößte der 23 deutschen Landeskirchen.
Begeistert von der Oase der Stille
Oberhausen, 17.09.2008, Ilias Abawi (Text), Gerd Wallhorn (Foto) (WAZ)
Nikolaus Schneider, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, zeigte sich am Mittwoch voll des Lobes für das Ökumenische Kirchenzentrum Neue Mitte Oberhausen. Dieses hofft derweil auf eine Finanzspritze. Präses Nikolaus Schneider und der Superintendent des Oberhausener Kirchenkreises, Johannes Deterding (re.), vor dem Ökumenischen Kirchenzentrum.
Foto: WAZ, Gerd Wallhorn
„Da, wo die Menschen sind, muss auch die Kirche präsent sein. An einem Ort des Trubels braucht es auch eine Oase der Stille”, sagte Nikolaus Schneider bei seinem Besuch des Ökumenischen Kirchenzentrums Neue Mitte, das direkt gegenüber des Einkaufstempels Centro gelegen ist. Die Kooperation von Katholischer und Evangelischer Kirche zeige ihren Besuchern, dass diese auch dann willkommen seien, wenn sie nichts kaufen würden. Die Würde des Menschen definiere sich schließlich nicht über seine Kaufkraft. Voll des Lobes war Schneider am Mittwoch über die „tolle Kooperation” der beiden Kirchen in Oberhausen. So müsse Ökumene sein, sagte der Präses. Zwar sei das Kirchenzentrum am Platz der guten Hoffnung keine Alternative zu einer echten Stammgemeinde, doch sie binde Menschen an die Kirche und erfülle allein dadurch ihren Zweck. Seinen tiefen Respekt äußerte Schneider vor allem über die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen in dem Zentrum. Über die freundlichen Worte des Präses freuen sich die Betreiber natürlich, doch hoffen sie auch auf finanzielle Unterstützung seitens der beiden großen Kirchen. „Wir platzen hier aus allen Nähten”, sagt Helga Mondrowski, eine Sprecherin des Ökumenischen Kirchenzentrums. Die Nachfrage sei mittlerweile längst größer als das Angebot, das man gerne ausweiten würde – doch dazu fehlen die Gelder. „Das ist ein angenehmes Problem”, sagt Schneider zur WAZ. Ihm sei es lieber, die Menschen kämen in Massen zur Kirche, als wenn sie diese in großen Mengen verließen. Versprechungen konnte der Präses noch keine machen, doch man werde „sich Gedanken darüber machen”.